(1930-2004)

Vorgeschichte und Gründung
1930 wurde in Aarberg zur Feier des 25-jährigen Bestehens des Seeländischen Verbandes ein Jubiläumsschwingfest durchgeführt. Offenbar durch diesen Anlass beeindruckt, regte sich der Wunsch nach der Gründung eines eigenen Schwingklubs. Diese erfolgte dann am 12. Juli 1933 durch 18 Gründungsmitglieder im Restaurant Bahnhof.
Bereits im Gründungsjahr verfügte der Klub im Primarschulhaus über einen geräumigen, mit Heizung versehenen Schwingkeller. 1944 wurde durch die Gemeinde eine Schwinghalle gebaut, welche heute immer noch benutzt wird. Im gleichen Jahr wurde das Seeländische Schwingfest organisiert und durchgeführt. Innert kurzer Zeit entwickelte sich der Schwingklub Aarberg zu einer Schwingerhochburg und einige seiner Aktiven, Jakob Niklaus, Christian Boss, Hans Münger und die Gebrüder Willy und Fritz Kocher, wurde gar mit dem Eidgenössischen Kranz ausgezeichnet. 1953, zum 20-jährigen Bestehen des Klubs, konnte mit grossem Erfolg das Bernisch-Kantonale Schwingfest ausgetragen werden.
Die Krise
Ende fünfziger bis Mitte sechziger Jahre machte der Klub schwierige Zeiten durch. Er besass zu dieser Zeit nur eine bescheidene Anzahl Aktivschwinger, der Trainingsbesuch liess zu wünschen übrig, die Erfolge blieben weitgehend aus. Im Jahr 1958 konnte wegen Terminproblemen das geplante Jubiläumsschwingfest nicht durchgeführt werden und wegen der ausgebrochenen Maul- und Klauenseuche blieb am Seeländischen von 1961 der erwartete Grossaufmarsch der Festbesucher aus. 1962/63 war der absolute Tiefpunkt erreicht. 1963 war es nicht mal mehr möglich, eine Hauptversammlung abzuhalten und auch 1964 konnten weder der Präsident noch der Techn. Leiter etwas interessantes Berichten. Man war sich jedoch einig, den Klub wieder auf die richtige Spur zu bringen und zu Kämpfen. Der Wiederaufbau wurde durch den neu gewählten Präsidenten Willy Kocher in Angriff genommen.
Der Aufschwung
1966 wurde in Frauenfeld Rudolf Hunsperger Schwingerkönig. Dies verleite der Region Aarberg einen grossen Aufschwung. Im Verlaufe des folgenden Jahres traten sage und schreibe zwölf neue Aktivschwinger dem Klub bei. 1971 kamen nochmals neun Aktive dazu. Da zunehmend auch der Nachwuchs gefördert werden musste wurde im Jahr 1972 der Jungschwingerleiter neu geschaffen. 1975 wurde erstmals ein Jungschwingertag auf der Aarolina Aarberg durchgeführt. 1977 legte Präsident Willy Kocher sein Amt nieder. Dank ihm und seinem unerschütterlichen Willen war der Klub wieder auf Kurs. Zu seinem Nachfolger wurde Hansueli Streit gewählt. Damals fand alljährlich ein Klubschwinget statt, welches meistens in Radelfingen durchgeführt wurde. In den siebziger Jahren war der Klub äusserst erfolgreich obwohl kein Spitzenschwinger vorhanden war.
Das Jubiläum und der „Eidgenosse“
1980 wurde das Jubiläumsschwingfest des Seeländischen Schwingerverbandes in Aarberg ausgetragen. Drei Jahre später verlegte Johann Santschi sein Domizil ins Seeland und trat dem Klub als Aktiver bei. Die Aarberger besassen wieder einen absoluten Topmann, welcher immer ein Wörtchen um den Tagessieg an den Festen mitzureden hatte. In Lengnau 1983 erkämpfte sich Johann Santschi das begehrte eidgenössische Eichenlaub. Im selben Jahr schwang er beim Jubiläumsschwingfest „50 Jahre Schwingklub Aarberg“ auf der Aarolina oben aus. Mit den weiteren Kranzgewinnen in den Jahren 1986 und 1989 wurde Johann Santschi fünffacher „Eidgenosse“.
Weitere Erfolge und Schwingfeste
Die Arbeit des Jungschwingerleiters zahlte sich aus und die Gebrüder Patrick und Dominik Matter eroberten 1989 die ersten Kränze. Mit grossem Erfolg und vor 8000 begeisterten Zuschauern konnte 1990 das Berner-Kantonale Schwingfest in Aarberg durchgeführt werden. 1991 wurde der Spitzenschwinger Johann Santschi zum neuen Präsidenten gewählt. Anlässlich des 60-Jahrjubiläums wurde 1993 das erste Mal ein Abendschwinget organisiert. Ebenfalls begann man, alljährlich einen Jungschwingertag zu organisieren wo auch Nachbargemeinden zum Austragungsort wurden. Der SK Aarberg wurde mehr und mehr zur Nummer 1 im Seeland. An den Eidgenössischen in den achtziger Jahren war immer nur Johann Santschi als Aktiver des Klubs vertreten. 1992 änderte sich dies, da mit Dominik Matter und Hansruedi Allenbach zwei Aarberger teilnahmen. Als sich 1995 auch noch Robert Schenk dazu gesellte, war die Hälfte der Seeländer Teilnehmer aus dem Schwingklub Aarberg. 1997 wurde der bisherige Vizepräsident Patrick Matter der neue Präsident.
Der Übergang ins neue Jahrtausend
Ende der neunziger Jahre war das Quartett Hansruedi Allenbach, Jürg Jakob, Dominik Matter und Robert Schenk jeweils vorab bei den Kranzgewinnern. 1999 wollte die Gemeinde Aarberg den Schwingkeller schliessen und in ein Schulzimmer oder Kindergarten umwandeln. Durch intensive Verhandlungen konnte gemeinsam eine Lösung gefunden werden. 2001 führte der Klub zusammen mit dem Jodlerklub Kallnach das Seeländische in Kallnach durch. Dabei wurde erstmals am Vortag auf dem gleichen Areal der Seeländische Jungschwingertag durchgeführt. Eine Variante, die sich bewährte und von anderen Organisatoren übernommen wurde.